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Trump und AfD - Eine Gefahr für die Welt?

Lieber Leser,

Wenn du diesen Artikel ausgewählt hast, um dich in ihrer politischen Korrektheit bestätigt zu fühlen, muss ich dich leider enttäuschen! Mit dem folgenden Kommentar möchte ich keineswegs die „weißen“ und „schwarzen“ Seiten der Bevölkerung oder Politik darstellen. Lediglich das Nachdenken soll hier angeregt werden, denn auch ich erlaube mir nicht, endgültig über andere Meinungen zu urteilen oder diese zu bewerten. Vielleicht wird aber jemand dazu bewegt, sich mit dem aktuellen Geschehen auseinanderzusetzen.

 

Kommen wir zur Überschrift zurück. „Die Alternative für Deutschland- Gefahr für unser Land“- so ähnlich kann man es tagtäglich in Zeitungen oder vielleicht in Form einer mit dramatischer Musik unterlegten Doku im ZDF sehen. In allen Medien jedenfalls hat die AfD einen eindeutigen Ruf: Eine an die NPD angelehnte nationalsozialistische Partei, die sich immer mehr dem rechtsextremen Rand annähert. Wer die großen Parteien wie die CDU oder SPD betrachtet, sieht auch von ihren Seiten Ablehnung und absolutes Unverständnis. Das ist ja legitim, denn mit Nazis in unserem Land brauchen wir nicht verhandeln, oder?

 

Wer sich die Probleme in Deutschland genauer ansieht, merkt, dass sie komplexer und schwieriger sind, als man sie vielleicht gerne hätte. Es lässt sich nicht bestreiten, dass in Deutschland mehr und mehr Unzufriedenheit ans Tageslicht kommt. Die Menschen wollen etwas verändern und fühlen sich von der Regierung unverstanden und ignoriert.

Bei den Gründen dieser Unzufriedenheit braucht man nicht lange suchen: unkontrollierte Flüchtlingsströme, schwammige Aussagen der führenden Politiker und Ignoranz großer Bürgerbewegungen. Forderungen gehören sich diskutiert, und wenn das nicht möglich ist, geht es eben auf die Straße. Die sogenannten „Wutbürger“ werden als dumm, rechtsextrem und verfassungsfeindlich betitelt. Verhandlungen bzw. Gespräche finden nicht statt, da die Menschen eine „unkorrekte“ Meinung vertreten. Dass dieses Verhalten der Regierung zu doppelt großer Unzufriedenheit und Ärger führt, ist eigentlich logisch.

Ich möchte nicht rechtsextreme Gruppen in Schutz nehmen oder ihre Absichten verherrlichen. Doch dieses automatische abweisende Verhalten gegenüber Bürgern, die Sorgen und eine andere Meinung haben, ist unzulässig. „AfD“ benutzt man schon fast als Synonym für Fremdenhass und Rechtsextremismus. Der Name der Partei kann so oft umher geworfen werden, wie man seine vorbildliche Politikansicht bezeugen möchte. So bildet sich ein wunderbares Gruppengefühl, und jeder, der ein „Fuck AfD“ beisteuert, gilt als korrekt und richtig. Es ist aber nicht so einfach, die ganze Partei in die rechte Ecke zu schieben und das Problem somit zu beseitigen. Dass sogar Grundschüler schon „AfD ist blöd“ eingebläut bekommen, ist doch irgendwie irrsinnig. Gerade sie können noch nicht sagen, was richtig oder falsch ist.

Das Deutschland einen Umbruch erlebt, ist offensichtlich. Viele Großparteien erfreuen sich ebenfalls an der neuen Bewegung. Statt zu sagen, was sie ändern wollen, zeigen sie lieber, was die Anderen falsch machen.

Die Alternative für Deutschland macht es aber auch nicht anders. Bei konkreten Fragen, beispielsweise in Talkshows, weicht Frauke Petry gekonnt klaren Aussagen zu anderen Parteimitgliedern aus. Ein klassisches Beispiel sehen wir bei Björn Höcke, Landesvorsitzender der AfD in Thüringen. Seine Aussagen (siehe z.B. „Schandmal in Berlin“) überschreiten weit die Grundlagen unseres Werteverständnisses und sind zum Teil menschenfeindlich und -verachtend. Und doch äußert sich Frau Petry nur ausweichend über einen von zahlreichen „Ausrutschern“ der Partei.

Diese ist so vielfältig geworden, dass man differenzieren muss: Es gibt „normale Bürger der Mitte“, Zuwanderer aus rechten Randgruppen und auch jene, die mit den anderen Parteien unzufrieden sind. Letztere nimmt man gerne als Beispiele für „wenig gebildete Protestwähler“, die von Politik keine Ahnung haben und die Partei nur aus Protest gewählt haben. Es gibt viele unberechenbare Menschen dort, aber auch intelligente Personen. Darauf sollten wir achten, bevor wir verallgemeinern.

Wenn wir uns das Programm der Alternative anschauen, finden sich unübersehbar drastische Veränderungen, die bei einer erfolgreichen Wahl in die Wege geleitet würden. Das Burkaverbot, gleiche Steuern für unterschiedliche Lohnklassen, allgemeine Wehrpflicht, Abschiebung von Flüchtlingen oder keine gleichwertige Anerkennung Homosexueller sind nur einige Beispiele dafür.

Die AfD-Befürworter mögen Petrys Art, sich anderen Politikern zu stellen und klar Probleme anzusprechen. Diese Art lassen viele andere Politiker bei sich vermissen.

Im Endeffekt sollte jeder für sich entscheiden, welche Meinung und welche Werte er vertritt, ohne dass er Angst haben muss, von Anderen deswegen verurteilt zu werden. Gleichermaßen sollte man nicht ohne Vorkenntnisse Andere verurteilen.

 

 

Wenn wir schon bei Politik sind...

will ich mich noch über etwas anderes wundern.

Was ist das Hauptthema in Deutschland? (und auch der restlichen Welt )

Richtig geraten, es geht um Donald Trump.

Wer kennt ihn nicht - den Mann mit der orangenen Haut und der seltsamen blonden Frisur?

Millionenfach auf Karikaturen abgebildet oder in Zeitungen veröffentlicht - Trump ist in aller Munde. Jeden Tag gibt es neuen Stoff, über den man berichten und sich aufregen kann. Berechtigt!

Schon jetzt hat der neue US-Präsident mehr Aufmerksamkeit erreicht als Obama in seiner gesamten Amtszeit, und der Protest gegen ihn ist groß. Kein Wunder, Trump will eine Mauer bauen und einen Einreisestopp für Muslime erlassen (das gelingt ihm noch nicht ganz). Doch dadurch sollte uns bewusst werden, zu was er fähig ist und dass er seine Ziele durchsetzt.

Kaum zu glauben, dass manche Menschen hier in Deutschland vollkommen verwundert oder auch erschreckt waren, als sie von Trumps Änderungen erfuhren. Dabei hatte er diese schon länger davor bekanntgegeben. Das kann womöglich daran liegen, dass der Präsident der Vereinigten Staaten in Deutschland komplett lächerlich gemacht wird. Trotz seiner Meinung oder gerade deswegen sollte er ernst genommen werden. Er ist ein Politiker und vertritt seine Standpunkte ernst. Auch wenn wir seine Aktionen nicht gut finden: Woher nehmen wir uns das Recht, ihn in der Presse so lächerlich darzustellen? Wer den „Schneemannartikel“ aus der Mittelbayerischen Zeitung kennt, weiß wovon ich rede...

In diesem Artikel, in dem es eigentlich um Schneemänner gehen sollte, kommt fünf Mal unterschwellig die Aussage „Trump ist eine dunkle böse Gestalt, vergleichbar mit Darth Vader“ vor. Ohne Zusammenhang. Da hat man fast das Gefühl, die MZ bekommt Sonderprämien für jedes eingesetzte „Trump“ in der Zeitung. Nächstes  Beispiel: Das neue Cover des Spiegels. Trump hat mit einem Messer die Freiheitsstatue geköpft. Bevor wir in Deutschland Trumps Figur für alles Mögliche ausschlachten, sollten wir lieber darüber nachdenken, wieso und woher das kommt. Viele sind der Meinung, Trump sei der Weltuntergang. Das mag vielleicht sein, aber man darf nicht vergessen dass Hillary Clinton keine sonderlich bessere Alternative gewesen wäre.

 

                                                                                                                                             

Gastbeitrag by theo

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