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Tokio Hotels Traummaschine

 

Hört man Tokio Hotel, denkt man sofort an Lieder wie "Durch den Monsun" oder "Schrei", an Bill mit seiner Löwenmähne und pubertierende, kreischende Mädchen. Viele Menschen haben Vorurteile, wie: "Das Lied ist von Tokio Hotel? - Dann kann's ja nur schlecht sein." Doch die vier Magdeburger haben sich seit ihrer Bandgründung 2001 stark verändert. 2010 zogen sie sich schließlich aus der Öffentlichkeit zurück und kurz darauf wanderten die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz in die USA aus. Unerwartet erschien dann 2014 ihr viertes Album "Kings Of Suburbia" - ein Mix aus elektronischem Pop und Rock.

Dieses Jahr erschien dann erneut ein Album: "Dream Machine".

Das Album startet mit "Something New", einer ruhigen und guten Single. Das Einzige, was stört, ist, dass Bill viele hohe Stellen mit seiner Kopfstimme singt, die ich schon fast unangenehm finde. Dieses "Problem" zieht sich auch weiter in den nächsten Titel "Boy Don't Cry". Musikalisch ist am dem Song nichts auszusetzen, denn an sich ist er eine gute Dancefloor-Nummer, jedoch durchgehend hoch gesungen. Dadurch mag ich den Titel nicht und er landet bei mir im Vergleich zu den anderen ganz unten.

"Easy", das dritte Lied des Albums, ist zu meiner Freude wieder tiefer gesungen. Langsame, schnelle, leise und laute Passagen wechseln sich ab, wodurch der Song es schafft, Emotionen hervorzurufen und es zu einem meiner Lieblingstracks des Albums macht.

Weiter geht's mit meinem nächsten Favoriten "What If". Das ist die erste Nummer, die ich von dem Album gehört habe. Sie ist eine eher schnellere Nummer, auf die man gut tanzen kann, mit einprägsamen Refrain und emotionalem Text.

Gleich darauf folgt der gegenteilige Song "Elysa". Dieser Track fängt langsam an und steigert sich dann immer mehr, so dass man denkt, dass er im Refrain auch zu einer Tanznummer umschwenkt. Das passiert aber nicht, sondern das komplette Lied ist ruhig und vermittelt eine wehmütige, beinahe traurige Stimmung. Außerdem gefällt mir sehr gut an der Nummer, dass Bill zeigt, dass er hohe Töne auch angenehm und wirklich klasse singen kann.

Der Titeltrack "Dream Machine" begeistert mich nicht wirklich. Es ist zwar ein hörbares Lied mit viel Synth, aber leider nichts Überraschendes oder Mitreißendes.

Bei "Cotton Candy Sky" ist es eigentlich genau dasselbe, da es dem vorigen Lied sehr ähnelt. Wieder kein Highlight und keine Überraschung.

Danach folgt wieder ein Lichtblick des Albums: "Better". Dieser Track fängt langsam und traurig an, nimmt aber dann im Chorus Fahrt auf. Durch diesen Wechsel wird dieses Lied ein weiterer Favorit für mich!

"As Young As We Are" heißt der nächste Titel, den ich persönlich auch sehr mag. Denn wieder findet ein Wechsel von Tempi und Lautstärke statt, wodurch das Lied spannend wird. Außerdem ist der Chorus sehr einprägsam, somit kann man sofort mitträllern.

Mit "Stop, Babe" (wie passend) endet das Album. Durch die ruhige Art des Liedes ist es ein gelungener Abschluss des Albums. Außerdem finde ich den Text, in dem es um das Ende einer Beziehung geht, sehr emotional und schön.

Als Fazit kann ich sagen, dass das Album wirklich ein paar gute Lieder liefert, die ich mir auch runtergeladen habe. Was mir nicht so gut gefällt, ist, dass die Stimme von Bill oft stark bearbeitet ist und eben in manchen Liedern unangenehm hoch, was aber Anderen bestimmt wieder gut gefallen wird. Auf jeden Fall sollte mit diesem Album auch der Letzte verstanden haben, dass Tokio Hotel nicht nur die deutsche Pop-Rock-Band von vor 10 Jahren, sondern sehr wandelbar ist und sich immer wieder neu erfindet.

 

                                                                                                                                                                                        

    michi

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