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Привет из Санкт-Петербурга

Letztens, irgendwann in den Ferien, war ich zum ersten Mal im Urlaub.

Kennt ihr St. Petersburg? Die Stadt der Flüsse (ja-ja, nicht Venedig…), der Kirchen, der vielen Einwohner, der Springbrunnen und grantigen Verkäuferinnen.

Sie liegt in Russland (an alle die das nicht wussten… Schämt euch!) und war früher sogar die Hauptstadt.

Ich werde euch jetzt aber keine historischen Fakten über die Stadt aufzählen, das könnt ihr auch selber irgendwo lesen, ich erzähle euch meine Eindrücke.

 

Wie oben schon gesagt, St. Petersburg ist die Stadt der arroganten Verkäufer. Fragt mich nicht warum, aber außer einer waren alle furchtbar schlecht gelaunt und extrem unhöflich. Hat mich aber nicht davon abgehalten, shoppen zu gehen… Killerblicke hin oder her.

 

Ganz exklusiver Tipp. Solltet ihr einmal nach St. Petersburg, oder generell nach Russland, kommen, esst unbedingt… „Törtchen‘‘. Genau genommen gibt es diesen Begriff nicht auf Deutsch, im Russischen heißt es „Piroschki‘‘ Das ist Teig (wie z.B. bei Apfeltaschen), nur dass er ganz andere Füllungen enthält: Fleisch, Reis, Kartoffeln, Pilze, Fisch, oder (mein absoluter Favorit) Kohl. Ist hier unvorstellbar, aber genau daher solltet ihr das mal testen.

Noch ein paar Lebensmittel, die dort einfach besser schmecken als hier: Milch (aber passt auf die Qualität auf), Saure Sahne bzw. Schmand und Tomaten. Naja und Kefir auch, aber das schmeckt mir generell einfach nicht.

 

Ach ja. Ich hab mich übrigens total tot gesoffen dort. Aber… nicht mit Wodka. Mit Tee. Tee hier, Tee da. Frühstück? Tee. 11 Uhr? Tee. Mittagessen? Tee. Gäste? Tee. Oh nein, jetzt ist der Tee ausgegangen… Ach nein. Da sind noch 377 tausend Packungen… Alle zehn Minuten bekam ich schwarzen Tee serviert, schwarzen Tee mit einem Stück Zucker und einem Keks, oder auch ohne Keks, wenn keiner da ist.

 

Übrigens… kleine Klischeebestätigung… Russen fahren wirklich wie Sau. Das erste, was ich dort gelernt habe… Es gibt erst gar keine Fahrbahnen auf den Straßen, weil die zweispurige Gasse sowieso generell von drei Autos befahren wird. Oh. Eine Ampel??? Und dort drüben ist nicht mehr genug Platz für alle? Egal. Das fetteste Auto gewinnt! Wer als erstes drüben ist, hat Glück, wer gegen eine Wand fährt, hat eben Pech gehabt.

 

Wusstet ihr, dass dort die Brücken auch nachts geöffnet werden? Genau da war ich auch dabei. Stellt euch mal vor, ihr steht an einer Treppe, unten schwappt das Wasser über eine Stufe. Hinter euch diskutieren eure Oma mit dem Opa und die Tante mit der Großtante und dein Großonkel steht neben dir. Später wird er hochprofessionell eine kleine Flasche mit Hochprozentigem verteilen, zusammen mit kleinen Bechern. Aber noch stehst du hier. Der Wind ist stark, er fährt unter deine schwarze Lederjacke, der geschenkte Schal, den du auch ein halbes Jahr später noch jeden Tag trägst, flattert um deinen Hals. Deine Finger umklammern die Kamera, du hast Angst, dass sie in das schwarze Wasser fällt und dort auf ewig verschwindet. Die Treppe, auf der du stehst füllt sich langsam, rechts neben dir knutscht ein Pärchen, links besaufen sich ein paar Teenager. Deine Füße in den dünnen Turnschuhen gefrieren zu Eisblöcken und deine Zähne klappern hörbar, es ist spät, gegen drei Uhr in der Nacht, aber du willst nicht gehen. Und dann siehst du, wie der hintere Teil der riesigen Metallbrücke hochfährt. Zuerst bist du enttäuscht. Es ist so unspektakulär! Nur ein kleiner, weit entfernter Teil bewegt sich… Aber dann fährt das erste Schiff los. Es ist groß, ein Güterschiff, und weiß und schimmert in goldenem Licht. Es gleitet wie eine schöne Erinnerung durch die Nacht.

 

Hab ich euch schon von der U-Bahn erzählt? Von der Metro? Nein? Na dann los! Erst mal hieß es: Wertmünzen kaufen. Mit ihnen konnte man durch ein Drehkreuz, vorausgesetzt das Ding nimmt den Chip an und schmeißt ihn nicht wieder raus und schreit wie ein besoffenes Baby (nicht dass ich schon mal eins hab schreien hören…) Nehmen wir an, wir schaffen es durch. Jetzt sind da Rolltreppen, auf denen man, zumindest bei den tieferen Stationen, gefühlte 10 Minuten unterwegs war. Bei meiner ersten Metro-fahrt hatte ich das Pech, den wegfahrenden Zug hinterher starren zu dürfen… Aber erstaunlicherweise nur eine halbe Minute lang! Die nächste Bahn kam schon wieder an.

 

Neben den vielen Theaterbesuchen, zu denen ich mehr oder weniger gezwungen wurde, weil so etwas in so einer kulturellen Stadt einfach dazugehört (´-´), war ich auch in einem ganz besonderem Gebäude. Es war voller Räume zu bestimmten Themen. Ich war dort mit einer zwei Jahre jüngeren Freundin von mir und sie war vollauf begeistert. Ein Raum zum Beispiel war quasi für einen Riesen ausgestattet, mit XXL Möbeln, XXL Chucks und einer XXL Kondensmilchdose. Einen anderen Raum betrat man durch einen Mund hindurch und er führte einen durch den menschlichen Körper von innen. Fand ich persönlich extremst widerlich, aber was soll‘s… Der letzte Raum, den ich besucht habe, war voller Schmetterlinge. Sie flogen umher, flatterten mit den großen, orangenen Flügeln. 

Die Tatsache, dass es nicht unbedingt optimal für sie ist, dass sie zehn Stunden am Tag von kleinen Kindern belästigt werden, fiel mir erst später auf… In dem Moment bestaunte ich einfach nur ihre Schönheit.

 

Gastbeitrag by Meggy

 

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Kommentare: 2
  • #1

    XYZ (Montag, 12 März 2018 11:07)

    super Text (Bitte auf russisch vorstellen :D)

  • #2

    Qkh wfc (Montag, 23 April 2018 13:51)

    Da saßen wir am Wodkatisch,
    Tranken Schnaps und aßen Fisch.
    Draußen stürmte es bluttriefend rot
    Und da waren wir alle wieder tot.