Surf the world!

Ein armer Fast-Student in einem fremden Land ohne Geld, der gerne einen Schlafplatz hätte und etwas erleben möchte? Doch wer bietet ihm das ohne Gegenleistung an? Und vor allem wo soll er anfangen zu suchen?

 

Seit einiger Zeit gibt es die Plattform COUCHSURFING. Sie basiert vor allem auf Gastfreund-schaft und soll verschiedene Kulturen zusammenbringen. Die einzigen Voraussetzungen sind ein Zugang zum Internet und über 18 zu sein. Auf der Website www.couchsurfing.com werden Name, genaues Alter, eine ausführliche Personenbeschreibung, in der sich viele als offene, reisefreudige und lebenslustige Menschen beschreiben, verlangt.

Es dauert seine Zeit, um die passenden ,Locals‘ zu finden, wie die gastfreundlichen Hosts in Insiderkreisen genannt werden. Und wenn man seinen passenden Local aus den unzähligen Angeboten herausgepickt hat, weiß man bis zum ersten Treffen nicht, was einen erwartet. Von einem 4 Quadratmeter Zimmerchen bis zum eigenen Appartement soll schon alles dabei gewesen sein. Doch der entscheidende Vorteil ist, dass man das Land von einer ganz anderen Seite kennen lernt. Gebackene Bananen, serviert in einem Hinterstübchen eines Friseurs , eine vierstündige Reise mit dem 25 km/h- schnellen Mofa des Opas um dann am Strand den herrlichen Sonnenaufgang zu betrachten, gefolgt von einer riesigen Familienfeier mit allen möglichen wünschenswerten Speisen.

Von der besten Erfahrung bis zur schlichten Ernüchterung wird ein echter Couchsurfer alles durchmachen müssen. Andere Länder, andere Sitten. Anderswo ist der Feierabend erst um 9, das Abendessen dann um 10 und am nächsten Morgen wird um eine kleine Spende für die Verpflegung gebeten, da trotz der langen Arbeitszeit das Lohnniveau dermaßen schlecht ist. Couchsurfing soll niemanden ausbeuten und deshalb sind in manchen ärmeren Ländern solche Essensspenden durchaus üblich.

Den meisten gefällt es so gut, dass sie auch gerne einmal ein bisschen verlängern und statt den geplanten zwei, dann doch sieben Tage bei ihren neu gewonnenen Freunden bleiben wollen. Doch irgendwann ruft auch einmal der Reiseterminplan, und das Flugzeug nach Marokko oder sonst wohin muss bestiegen werden. Aber eines ist sicher, Freunde wird man hier immer finden und auch nach dem schmerzlichsten Abschied, freut man sich auch, jemanden bei sich zu Hause begrüßen zu dürfen.     

 

 

emi

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